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Deutschland und Marokko: bilaterale Beziehungen

06.05.2019 - Artikel

Politik

Deutschland unterhält mit Marokko seit 1956 diplomatische Beziehungen. Die Kontakte sind traditionell eng, freundschaftlich und spannungsfrei. Bundeskanzlerin Angela Merkel und König Mohammed VI. haben sich zuletzt 2010 getroffen. Der marokkanische Außenminister Bourita reiste am 29.11.2018 zu Gesprächen mit Außenminister Maas nach Berlin. Delegationen des Bundestags und von Länderparlamenten reisen regelmäßig in das Königreich.

Die Zusammenarbeit in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Entwicklungszusammenarbeit ist eng, insbesondere bei wichtigen Themen wie Umwelt, Klimawandel, Energie und Wissenschaft. Auch der Dialog in den Bereichen demokratische Entwicklung, Rechtsstaat, Zivilgesellschaft und Menschenrechte wurde in den letzten Jahren gestärkt. Die 2012 eingerichtete Gemischte Wirtschaftskommission (GWK) traf sich zuletzt 2016. 2017 und 2018 führten Marokko und Deutschland gemeinsam den zweijährigen Vorsitz im Global Forum on Migration and Development (GFMD).

Im November 2016 fand in Marrakesch die Weltklimakonferenz COP 22 statt, am 10. Dezember 2018 in Marrakesch der Gipfel zur Annahme des Globalen Migrationspaktes.

In Rabat sind die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung und die Heinrich-Böll-Stiftung vertreten.

Laut Statistischem Bundesamt leben derzeit 72.000 Marokkaner in Deutschland. Die marokkanische Regierung geht von ungefähr 150.000 Menschen marokkanischer Abstammung in Deutschland aus.

Wirtschaft

In der marokkanischen Handelsbilanz 2016 belegt Deutschland den 7. Platz. Die ersten Ränge gehen an Frankreich, Spanien, USA und China. Deutschland führte 2017 aus Marokko Waren im Wert von 1,1 Mrd. Euro ein, im gleichen Zeitraum exportierte Deutschland Waren im Wert von 2,1 Mrd. Euro. Mit Schwerpunkt in Casablanca sind knapp 200 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Marokko vertreten. Es handelt sich in der Mehrzahl um Vertriebsbüros, von denen einige von Marokko aus auch das Geschäft im französischsprachigen Subsahara-Afrika steuern. Wichtigste deutsche Exportgüter kommen aus den Branchen Automobil, Maschinenbau, Elektrotechnik und Chemie. Wichtige Geschäftsfelder sind die Kfz-Zulieferindustrie, Erneuerbare Energien, Umwelt (Wasser, Abfall, Recycling) und Landwirtschaft (Marokko zählt zu den wichtigsten Importeuren deutscher Zuchtrinder). Die Gemischte Wirtschaftskommission will dem Wirtschaftsaustausch weitere Impulse verleihen und ihn auf eine breitere Grundlage stellen.

Das bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen ist seit 1974 in Kraft, das Investitionsschutzabkommen seit 2008. Das deutsch-marokkanische Sozialversicherungsabkommen ist ebenso wie das Kindergeldabkommen 1996 in Kraft gesetzt worden und ermöglicht den Bezug von deutscher Rente bzw. deutschem Kindergeld in Marokko.

Entwicklungszusammenarbeit

Die Entwicklungszusammenarbeit ist ein zentraler Pfeiler der Beziehungen zu Marokko. Deutschland gehört zu den größten bilateralen Gebern Marokkos. Die Bundesrepublik hat Marokko bei Regierungsverhandlungen im Oktober 2018 Mittel in Höhe von 151,7 Mio. Euro zugesagt, größtenteils in Form von konzessionären Krediten. Mit den Schwerpunkten Wasser, Energie, Umwelt und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ist die Entwicklungszusammenarbeit in Kernbereichen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Marokkos tätig. Hinzugekommen sind Projekte im Migrationsbereich, durch die Marokko bei der Integration von Migranten im Land unterstützt wird.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt auf seiner Internetseite weitere Informationen bereit:

www.bmz.de

Kultur und Bildung

Neben der Programmarbeit sind die Förderung der deutschen Sprache und die wissenschaftliche Zusammenarbeit die Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit in Marokko. Das Goethe-Institut hat Zweigstellen in Casablanca und Rabat und zwei Dialogpunkte Deutsch in Tanger und Oujda. Das Goethe-Institut betreut außerdem sechs Schulen im Rahmen des weltweiten Netzwerks der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft (PASCH; Schulen, an denen Deutsch einen besonders hohen Stellenwert genießt). In Tanger gibt es zudem eine deutsch-marokkanische interkulturelle Vereinigung.

Im Hochschulbereich bestehen über 20 Kooperationen zwischen deutschen und marokkanischen Universitäten und es existiert ein gemeinsames Förderprogramm für bilaterale Forschungsprojekte. Ferner bestehen Partnerschaften zwischen der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem Nationalen Zentrum für Wissenschaftliche Forschung sowie des Deutschen Archäologischen Instituts mit dem Nationalen Archäologischen Forschungszentrum. Die Universitäten in Fes, Rabat und Casablanca sowie die Übersetzerhochschule in Tanger verfügen über Deutsch-Abteilungen. Lektoren des Deutschen Akademischen Austauschdienstes unterrichten in Rabat und Meknès und führen Studienberatungen durch.

Das Auswärtige Amt fördert auch den Kulturerhalt in Marokko. So wurde im Frühjahr 2013 die auch mit Mitteln des Kulturerhaltprogramms des Auswärtigen Amtes renovierte Synagoge “Slat Al Fassiyin„ in Fes unter Mitwirkung von Bundestagspräsident Lammert und dem marokkanischen Regierungschef Benkirane eröffnet.

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